30.04.2026

Wie du gute Texte für Webseiten und Onlineshops schreibst

In jedem Relaunch-Projekt landen wir irgendwann in der Content-Phase und erleben häufig, dass das Verfassen der Texte zur schwierigsten Aufgaben für unsere Kund:innen wird. Mit diesem Guide wollen wir das Thema Content-Erstellung also etwas vereinfachen und dir eine kleine Hilfestellung an die Hand geben.

Wie du gute Texte für Webseiten und  Onlineshops schreibst

Warum guter Text über den Erfolg des Relaunches entscheidet

Eine Webseite kann in Webflow oder Shopify noch so schön aussehen (dafür sind wir ja auch verantwortlich 😉), aber wenn der User beim Aufrufen der Seite eine Textwüste ohne richtige Struktur und Tone-of-Voice vor sich findet, wird er schnell wieder abspringen.

Hier tut man sich sowohl mit zu viel, als auch zu wenig Text keinen Gefallen. Und wenn es dann zusätzlich keine richtige Keyword-Strategie gibt, sind am Ende auch die Suchmaschinen unzufrieden und strafen mit schlechten Suchergebnissen ab.

Dabei ist guter Text so wertvoll: Auf deinem digitalen Schaufenster kann er 24/7 für dich überzeugen und Fragen beantworten.

Kenne dein Ziel… und deine Zielgruppe

Zuerst musst du deine Strategie festlegen. Und dafür musst du dein Ziel kennen. Also musst du dich etwas mehr mit deiner Zielgruppe beschäftigen, für diese willst du am Ende ja auch die Texte schreiben und damit überzeugen.

Hier müssen wir erstmal schauen, in welcher Branche du tätig bist:

Wie du deinen Content für E-Commerce aufbaust

Bei eeinem Shopify-Relaunch geht’s hauptsächlich darum, Emotionen und Lifestyle zu verkaufen – also das Gefühl nach dem Kauf. Der User will überzeugt werden und im Bestfall auch eine schnelle Entscheidung treffen.

Du solltest dir also genug Zeit nehmen, deine Zielgruppe richtig zu verstehen. Nutze dafür deine bisherigen Analyse-Daten, baue dir datenbasierte Personas auf und finde heraus, was die Pain Points dieser Zielgruppe sind.

Praktische Tipps:

  • Produktnutzen darstellen: Erkläre nicht nur, dass die Decke aus 100% Bio-Baumwolle ist, sondern wie gemütlich der Sonntagabend auf der Couch damit wird.
  • Social Proof einbauen: Du kannst Kundenstimmen direkt im Textfluss benutzen. „Andere Kunden lieben besonders das hochwertige Material“.
  • Einwände proaktiv entkräften: Gute Texte greifen Zweifel auf, bevor diese überhaupt entstehen können. Baue die Lösung dafür direkt in den Fließtext mit ein.
  • Unterstützender Content: Erstelle Evergreen-Blogbeiträge, die deine Zielgruppe interessieren und auch in Suchmaschinen gut performen könnten. Kläre hier alle Fragen und Zweifel, die deine Webseiten-Besucher haben könnten und füttere die Artikel mit Links zu deinen Produkten.
Skizzierte Grafik von zwei Personen, die verschiedene Personas auf einem Whiteboard anordnen

Wie du deinen Content für Dienstleistungen aufbaust

Bei einem Webflow-Relaunch im Bereich Dienstleistungen und Beratung geht’s mehr um Vertrauen und Expertise. Vor allem solltest du aber auch hier die Perspektive der Zielgruppe einnehmen und die Problemlösung genau beschreiben. Voraussichtlich musst du hier nämlich einen längeren Entscheidungsweg begleiten, bis eine Anfrage stattfindet.

Praktische Tipps:

  • Schmerzpunkte ansprechen: Zeige, dass du das Problem des Kunden verstehst. „Hast du auch das Gefühl, dass dein Marketingbudget im Sand verläuft?“
  • Ergebnisse visualisieren: Beschreibe den Zustand nach deiner Dienstleistung. Wie hast du dem Kunden geholfen, wenn er die Dienstleistung bei dir gebucht hat?
  • Abbau von Hürden: Erkläre den Prozess. Menschen kaufen eher, wenn sie wissen, was nach dem ersten Klick passiert (z.B. „In 3 Schritten zu deinem neuen Design“).
Die goldene Regel: Schreibe nicht über dich, sondern für dein Gegenüber. Du musst also weg vom "Wir bieten..." hin zu "Dein Nutzen ist...".

Headlines & Struktur: Die Anatomie einer Seite

Texte im Web werden nicht gelesen wie ein Roman – sie werden gescannt. Deine Headlines sind eigentlich wie kleine Haltestellen für die Augen der Leser:innen.  Diese kurzen Pausen musst du also nutzen, um Interesse zu erzeugen.

Die Headline-Hierarchie (H1 bis H3)

Die H1 ist dein wichtigstes Element auf jeder Seite. Sie ist das Erste, was der User sieht und kann schon über Interesse oder Absprung entscheiden. Nutze sie also nicht für kryptische Wortspiele, sondern sage das, was die Zielgruppe verstehen muss.

  • Schlecht: „Wir helfen den Visionären von morgen.“ → Das kann so ziemlich alles sein.
  • Gut: „Wir bauen Webseiten für visionäre B2B-Unternehmen.“ → Besser, aber immer noch aus der Wir-Perspektive.
  • Noch besser: “Skalierbare Webseiten ohne Tech-Kenntnisse für die B2B-Stars von morgen” → Das Problem der Zielgruppe wurde erkannt, hervorgehoben und emotional angesprochen
Aber Achtung: Die H1 sollte das wichtigste Keyword der jeweiligen Seite auf jeden Fall enthalten.

Nutze H2 und H3 Headlines, um den Text logisch zu unterteilen. Jede Unterüberschrift sollte so formuliert sein, dass man den Inhalt des Absatzes versteht, ohne ihn ganz lesen zu müssen. Auch hier spielen deine Keywords eine wichtige Rolle, dazu aber in einem späteren Blogbeitrag mehr Informationen.

Screenshot einer Webseite mit unterschiedlichen Headline-Varianten, um die Contenterstellung darzustellen

Taglines mit Power

Direkt über deinen H1- und H2-Überschriften platzierst du deine Tagline (manchmal auch Eyebrow genannt). Grundsätzlich ist es möglich, dass wir die Taglines auch nur optisch als Taglines anlegen, technisch aber als H1 hinterlegen. Das bringt dir den Raum, in deinen Headlines emotionaler zu sein und die Tagline für das wichtigste Keyword zu nutzen. Kurz, knackig, ohne Füllwörter.

4 verschiedene Darstellungen von Taglines über einer Überschrift

Fließtexte

Niemand liest heute mehr lange Textwüsten, dafür ist unsere Aufmerksamkeitsspanne viel zu kurz (geworden). Um die Aufmerksamkeit zu halten, musst du also klare „Anker“ werfen. Nutze lieber mehr Sektionen, aber dafür weniger Text, damit der User alle Informationen findet.

  • Bullet Points: Ideal für Vorteile oder Checklisten.
  • Kurze Sätze: Vermeide Schachtelsätze. Ein Gedanke pro Satz.
  • Fettmarkierungen: Markiere die wichtigsten Keywords oder Aussagen innerhalb eines Absatzes fett. So versteht der Scanner den Inhalt in Sekunden. Aber nicht übertreiben!
Darstellung von zwei Unterschiedlichen Fließtexten, eine mit Bullet Points, eine mit Fließtext und eigenrücktem Zitat

SEO: Keywords richtig platzieren

Suchmaschinenoptimierung ist kein Hexenwerk, auch wenn es vielleicht ab und zu ein bisschen Kopfschmerzen bereitet. Wenn du ein paar grundsätzliche Dinge beachtest, bist du für den Start gut aufgestellt und kannst danach (vor allem basierend auf Analysedaten) noch weiter optimieren.

Vorgabe nutzen

Wenn wir dir als Agentur ein Hauptkeyword pro Seite vorgeben, platziere es dort, wo es zählt: In der H1, im ersten Absatz, in 1-2 H2-Überschriften und idealerweise in den Metadaten. Übertreibe es aber nicht. „Long-Tail-Keywords“ (also ganze Phrasen oder Fragen) wirken oft natürlicher und helfen trotzdem, besser in den Suchmaschinen zu ranken.

Schreibe für echte Menschen und weniger für den Algorithmus

Es ist wichtiger, die spezifische Frage eines Kunden zu beantworten, als ein Keyword 20-mal stumpf zu wiederholen. Google merkt, ob ein User auf der Seite verweilt und die Antwort findet oder sofort wieder geht (Bounce Rate). Schreibe also immer für den Menschen. Wenn der Text den Nutzer begeistert, belohnt dich auch der Algorithmus.

GEO, LLMS, KI

Das optimierte Schreiben für KI ist (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) noch etwas wüst. Was sich herauslesen lässt, ist, dass die LLMS Infos in Bulletpoints, absolute Aussagen und FAQs referenzieren. Was wir grundsätzlich empfehlen, ist eine llms.txt Datei technisch einzubinden – das ist eine Markdown-Datei, die als strukturierte Zusammen und Inhaltsverzeichnis dient, um KI-Crawlern die Verarbeitung der wichtigsten Inhalte zu erleichtern. Zum Thema KI SEO haben wir dir hier schon ein paar Infos zusammengefasst.

Warum man KI nur für die Struktur nutzen sollte

Tools wie ChatGPT sind großartig, um schnell eine Struktur für die Texte zu erhalten, aber die Texte lesen sich häufig generisch und teilweise inhaltslos.

Die KI-Falle

Reine KI-Texte klingen oft generisch und „seelenlos“. Sie nutzen oft die immer gleichen Satzbausteine, Phrasen und Aufzählungsart. Das lässt sich häufig schnell enttarnen und untergräbt so dein Vertrauen, was du mit den Webseite-Besucher:innen aufbauen willst.

KI als Partner

Nutze die KI lieber nur als Assistenten, um das weiße Blatt zu füllen, damit der Start einfacher ist.

  • Lass dir eine Gliederung erstellen, wenn du nicht sicher bist, wo du anfangen sollst.
  • Nutze sie für die Synonym-Suche, um Wortwiederholungen zu vermeiden.
  • Lass dir im Nachgang Optimierungen vorschlagen oder die Rechtschreibung überprüfen.

Fazit

Guter Text ist nicht mal eben schnell gemacht – er erfordert viel Nachdenken und die Bereitschaft, in die Perspektive der Zielgruppe einzutauchen. Ein guter Text entscheidet am Ende auch darüber, ob ein Besucher nur schaut oder zum Kunden wird. Nimm dir also Zeit und unterschätze die Content-Erstellung nicht!

Du merkst beim Schreiben, dass es doch komplexer ist als gedacht? Keine Sorge. Wir unterstützen dich gerne beim Finetuning deiner Entwürfe oder vermitteln dir Experten aus unserem Netzwerk, die helfen können. Melde dich bei uns! 

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Wie du gute Texte für Webseiten und  Onlineshops schreibst
Cosima Meißner
Ich bin bei Halbstark für das Projektmanagement verantwortlich und begleite einen Großteil unserer Kundenprojekte von Start bis Ende – dabei versuche mich mich immer in die Kunden hineinzuversetzen und die spätere aktive Arbeit nach dem Relaunch zu erleichtern.
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